Wie du Probleme nützlich löst

Wie denkst du heute über deine Probleme von vor fünf Jahren? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du diese heute gelassener betrachten kannst als damals. "Natürlich, weil ich sie ja lösen konnte", wirst du dir jetzt womöglich denken. Eben! Doch genau das solltest du dir immer wieder bewusst machen. Heute möchte ich dir darüber erzählen, wie du deinen Umgang mit Problemen verbessern und deine Lebensereignisse gezielt für dich nutzen kannst.

 

Versetze dich bitte gedanklich zurück in diese Zeit, bevor du weiter liest. So kannst du den folgenden Beitrag optimal für dich nutzen.

 

Ich weiß es von mir selbst, dass man, wenn man auf ein Problem erstmals trifft, dazu neigt zunächst mal innerlich zu kapitulieren. Du fokussierst nur auf das Problem, siehst keine Lösung. "Wie soll ich da nur jemals wieder rauskommen?" war eine der Fragen, die mir damals unentwegt durch den Kopf schossen. 

 

In meinem Fall war es zu jener Zeit ein wirklich lebensveränderndes Problem. Ich stand wie ein Tourist vor dem Berliner Fernsehturm, der nicht wusste, dass es da eine Treppe und einen Fahrstuhl gab. "Keine Chance, das schaff ich nicht", dachte ich.

 

Gestehe dir zu, schwach zu sein

"Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her" - kennst du, oder? In meinem Fall hieß das Lichtlein Anita. Sie war damals, als ich noch in der Krankenpflege tätig war, meine Vorgesetzte und ich hatte in meiner Zeit als Arbeitnehmer niemals zuvor und nie mehr danach eine Chefin oder einen Chef, wo ich eine solch ehrliche, authentische und vor allem zutiefst menschliche Unterstützung erfahren durfte. Ich hab ihr das wahrscheinlich schon zigfach persönlich gesagt, aber wenn du das liest, liebe Anita: Ich danke dir aus vollstem Herzen, du hast mir den Weg für meine Zukunft geebnet. Durch die Gespräche mit diesem großartigen Menschen durfte ich so viel lernen. Sie hat mir gezeigt, dass egal was passiert, es immer - ja und zwar wirklich IMMER - einen Weg gibt. Wenn es dir gerade ähnlich ergeht, dann bitte ich dich: MACH WEITER! Es ist nicht vergebens - glaub mir! Ich möchte dir heute dabei helfen.

 

Ich konnte mir bis zum damaligen Zeitpunkt nicht vorstellen, dass ich auch mal schwach sein durfte. Es fiel mir so immens schwer wirkliche Hilfe anzunehmen. Hilfe im Sinne von "Ich reiche dir die Hand, wenn du am Boden liegst und stütze dich, bis du wieder auf eigenen Beinen stehen kannst." Anita hat das getan und mir gezeigt, dass es OK ist, einmal schwach zu sein. Viel mehr noch: Es ist ein Zeichen von Stärke, zur eigenen Verwundbarkeit und seinen Schwächen zu stehen. Es macht dich noch um ein Stück größer, als du es bist.

Gestehe dir zu, auch schwach zu sein. Und habe keine Angst davor, von anderen abgelehnt zu werden. Es wird Menschen geben, die dies tun werden. Doch betrachte das als Geschenk: Hege keinen Groll gegen diese Menschen. Sie sind womöglich noch nicht so weit wie du. Und vielleicht muss dein Weg, zumindest für den Moment, ohne sie weitergehen. Vergib ihnen, denn sie geben ebenfalls nur ihr Bestes und sagen durch ihr Verhalten nichts über dich, sondern nur über sich selbst. Lass sie einfach SEIN und schenke ihnen eine innerliche Umarmung in Dankbarkeit für das, was sie dir gegeben haben. Wenn du das kannst, ist das eine Bestätigung für dein Wachstum. Und ich weiß, du kannst das.

 

Probleme? Chancen!

Niemand ist für dein Glück verantwortlich, außer du selbst. Wenn du vor deinem nächsten Problem stehst, dann mache dir bewusst, dass du bereits andere Probleme in deinem Leben lösen konntest. Wie bist du damals vorgegangen? Jeder von uns hat seine ureigene Lösungskompetenz. Nutze sie!

 

Ich habe für mich einen Fragenkatalog entwickelt, der mir in solchen Fällen hilft. Das grundsätzliche Credo dahinter lautet: Was nützt mir das? Wenn du deine herausfordernden Lebensereignisse so siehst, veränderst du schon mal entscheidend deinen Blickwinkel. Nun aber zum angesprochenen Fragenkatalog:

 

1) Ist die Situation lebensbedrohlich?

Das wird sie in den meisten Fällen nicht sein und nimmt schon mal ein gutes Stück Fahrt aus der Sache.

 

2) Übernehme ich die volle Verantwortung für die Lösung?

Du weißt, auf diese Frage gibt es nur eine nützliche Antwort. Antwortest du hier mit nein, so wird es dir schwer fallen eine Lösung zu finden.

 

3) Was will mir das Leben mit diesem Problem sagen?

Kein Problem in deinem Leben taucht ohne Grund bei dir auf. Frage dich, welche Lehre dir das Leben durch dieses Problem mitgeben will.

 

4) Wofür ist dieses Problem eine Chance?

Wie kannst du die aktuelle Situation nutzen, um als Persönlichkeit weiter zu wachsen? Denke zurück an andere Situationen in deinem Leben: Sehr oft ist es so, dass die einschneidenden Ereignisse gut für uns waren, um neuen, noch höheren Zielen entgegen streben zu können.

 

5) Welche möglichen Lösungen kann ich entwickeln?

Versuche mindestens drei verschiedene Lösungsvarianten zu finden. So kann Problemlösung sogar Spaß machen. Hol dir Unterstützung durch kompetente Menschen. Sei kreativ, sei unkonventionell und vertraue auf dein Bauchgefühl! 

 

6) Welche davon passt am besten?

Wäge die einzelnen Optionen gegeneinander ab und entscheide dich für jene, bei der du das beste Gefühl hast. Meistens ist es beim Durchgehen der Lösungen jene, die dich als erstes anspringt.

 

So kannst du Erlebnisse, die du zunächst als negativ und hinderlich erachtest für dich gezielt nutzen. Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Wäre es mir damals nicht so ergangen, wäre ich nicht vor diesem imaginären Fernsehturm gestanden - ich wäre heute nicht der, der ich bin. Du würdest diesen Blogbeitrag nicht lesen, weil der Blog nicht existieren würde. Und ich wäre gewiss nicht glücklich. Und der Gang in die Selbstständigkeit würde mir nicht im Traum einfallen. Natürlich gab es dazwischen noch einige weitere Schritte und es werden noch zahlreiche folgen. Doch wäre ich damals nicht in eine für mich zunächst beängstigende Situation gekommen, hätte ich wohl einen anderen Weg gewählt. Einen Weg, der mich zu einem Ziel führen würde, das nicht meines ist.

 

Was das Leben auch immer für dich bereit hält: Am Ende des Tages wird es gut für dich sein. 

 

Atme!

Klingt banal. Ist es ja rein physiologisch auch. Atmen - was soll da schon so besonders daran sein? Es gibt viele Wege, wie du bewusstes Atmen für dich nutzen kannst. Heute möchte ich dir einen davon aufzeigen.

 

Weiter oben haben wir ja bereits darüber gesprochen, wie du damit umgehen kennst, wenn sich dir ein Problem in den Weg stellt. Eine Möglichkeit, um den Weg zur Lösung mit mehr Gelassenheit gehen zu können ist bewusstes Atmen.

 

Wenn ein Problem auftaucht, dann setze dich wenn möglich zunächst einmal hin. Ist dies nicht möglich (weil du dich beispielsweise an einem belebten Ort befindest), kannst du die Übung auch im Stehen machen. Versuche einen möglichst ruhigen Platz zu finden. Lege deine Hände gemütlich auf den Oberschenkeln ab oder (wenn du stehst) lege deine Hände ineinander und halte sie auf Höhe deines Bauches. Schließe am besten deine Augen. Konzentriere dich voll und ganz auf deine Atmung und atme tief ein, halte den Atem für etwa 7-10 Sekunden und atme danach ganz tief wieder aus. Stell dir vor, dass du während der Ausatmung deine ganze Anspannung aus deinem Körper fließen lässt. Merkst du, wie du dich gleich leichter fühlst? Wiederhole das insgesamt dreimal. So machst du das bei jedem Problem und du wirst sehen, wie du im Laufe der Zeit immer gelassen wirst. Dieter Lange hat es einst in einem Satz hervorragend zusammengefasst: "Über die ersten drei Aufreger des Tages atme ich einfach mal drüber".

 

Das möchte ich dir heute mitgeben:

  • Wachse an deinen Problemen, indem du sie als Chancen siehst
  • Es ist eine Stärke, auch einmal schwach sein zu können
  • Egal was passiert: Versuche so schnell wie möglich an die Lösung zu denken, dann wirst du einen Weg finden
  • Atme!

Lebe DEIN Leben und sei großartig, denn

 

"Am Ende steht der Erfolg"

 

Ich glaube an DICH!

 

Bis bald,

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